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»Wir sind 300 Kilometer gefahren – und jede Minute war es wert!«

2010 November 4
von Uwe Alschner
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Fast ist es wie die Freude auf den Nikolaustag: acht mal werden wir noch wach! Dann spricht John Strelecky in Frankfurt über das Konzept der Big Five for Life. Was Gäste am 12. November im Saalbau Gallus, Frankenallee 111, in 60326 Frankfurt erwarten dürfen, und was John vom 10. bis 12. November in Frankfurt sonst noch macht, erzählt er im neuesten MyBigFive-Podcast.

Hier die Abschrift des Podcastes:

MyBigFive: Die meisten Hörer sind Leser meines Blogs mybig5.de und kennen deine Bücher. Aber für diejenigen, die dich noch nicht kennen: Würdest du bitte kurz erklären, was die Big Five for Life sind und wie du sie entdeckt hast?

John: Ja sicher. Es ist ein Konzept, das ich seit einiger Zeit unterrichte, was auf einer Erfahrung beruht, die ich in Afrika hatte. Im Jahr 2002 haben meine Frau und ich so ziemlich alles zurückgelassen was wir besaßen. Wir haben unser Haus vermietet und den Hausstand verkauft und sind mit dem Rucksack um die Welt gezogen, um einfach mal das zu machen, was wir wirklich wollten.
Und im Zentrum dieser Erfahrung, einer der Orte die wir bereisten, war Afrika. Und was ich dort erlebte, hat meine Leben total verändert. Ich hatte davon geträumt die Tiere Afrikas zu sehen, seit ich ein kleiner Junge war. Ich hatte mir erträumt, die Menschen zu sehen und die Landschaft. Und deshalb wurde es ein erstaunliches, ein wirklich erstaunliches Erlebnis für mich. Und das habe ich mir bewahrt, als ich nach Hause kam.
Als die Reise zuende war habe ich auf Grundlage der Erfahrungen dieser Reise mein erstes Buch, das Café am Rande der Welt geschrieben. Und dieses Buch war schnell erfolgreich! Die Leser haben das Buch weiterempfohlen – und so begann ich Anfragen für Lesungen zu erhalten. Ich habe damals begonnen über meine Erfahrungen in Afrika zu sprechen, aber ich tat dies nicht im Kontext des Buches, sondern im Kontext dessen, was Afrika-Reisende die “African Big Five” nennen. Dieser fünf großartigen Tiere, die jeder sehen will, der auf Safari geht: Elefant, Löwe, Leopard, Afrikanischer Büffel und Nashorn. Leute bemessen die Güte ihrer Safari daran, wie viele dieser fünf Arten sie zu Gesicht bekommen.
Damals hat sich mein eigener Blick auf die Welt dauerhaft verändert: Ich habe mich gefragt: »warum sehen wir nicht genau so auf unser Leben?« Warum fragen wir uns nicht: »Was sind die Dinge, die ich tun, sehen oder erleben will in meinem Leben? Was sind die fünf Dinge, meine persönlichen BFFL, die ich tun, sehen oder erleben will, während ich auf diesem erstaunlichen, wunderbaren Planeten weile? Jene fünf Dinge, die, wenn ich sie tue, sehe oder erlebe, mich zufrieden auf mein dann erfülltes Leben zurück blicken und sagen ließen: egal, was sonst alles geklappt oder nicht geklappt hat – ich habe meine BFFL erfüllt und damit ein Leben geführt, was erfolgreich war. So wie ich selbst und niemand anders Erfolg definiere!«

Deswegen geht es hier also darum, einen Blick auf unser Dasein auf dieser Welt zu werfen und uns zu fragen: »Was mache ich eigentlich, während ich hier bin? Welche Dinge sind mir besonders wichtig?« Um danach daran zu gehen, und unser Leben genau darauf auszurichten!

MyBigFive: Eine der Hauptfiguren in der Safari des Lebens ist eine alte Afrikanerin namens Ma Ma Gombe. Warum hast du ausgerechnet sie geschaffen?

John: Es ist seltsam, weisst du? Ich stelle fest, dass wenn ich meine Bücher schreibe ich mich nicht einfach hinsetze und zu mir sage »so jetzt denke ich mal drüber nach, was ich schreiben könnte.« Eher denke ich manchmal anders herum: das Buch teilt sich mir mit. mir ist bewusst, dass sich das für jemand, der kein Autor ist, sicher merkwürdig anhört, aber es ist tatsächlich eher so, dass die Geschichte in meinem Kopf anfängt zu rufen: »hey, es ist jetzt Zeit herauszukommen!« Die Safari des Lebens ist so entstanden: Mir ist zuerst der Schluß eingefallen. Und das kam so, als ich nach dem großen Erfolg des ersten Buches zu meiner Agentin nach New York flog, weil sie mich fragte »Und, was kommt als nächstes?« so saß ich in ihrem Büro und wir sprachen über die unterschiedlichsten Idee. ich saß da und streckte mich, als mir die Idee für die Safari des Lebens einfiel. Es war so bewegend für mich, dass ich plötzlich merkte wie mir die Tränen herunterliefen, als ich an dieses Ende dachte.

Als meine Frau dann kurz danach auf eine längere Reise gehen musste, setzte ich mich an meinen Tisch und begann einfach zu schreiben. Die Geschichte strömte gerade so durch mich hindurch und aus mir heraus, wie es beim Cafe am Rande der Welt gewesen war. Und ganz ehrlich, es war überhaupt nicht, so dass ich diese zentrale Figur ausdachte, sondern vielmehr so, dass als ich begann zu schreiben, was mir diese Figur der Ma Ma Gombe zu diktieren schien. Es war eine so reale Erfahrung. Als ich zum Ende des Buches kam, dem emotionalsten Teil des Buches, war es gegen 2.30 Uhr nachts. Alles war dunkel, nur zwei kleine Lampen an meinem Computer und auf dem Tisch gaben etwas Licht. Ich schrieb so auf das Ende zu, dass ich wie gesagt von anfang an so gefühlt und gedacht hatte, und ich spürte, wie mich die Handlung aufwühlte. Die Handlung bewegte mich dermaßen, dass ich meinen Tränen freien Lauf lassen musste und am Ende laut “Nein!” ausrief.
Ich erinnere mich daran, wie ich mich vom Schreibtisch abdrückte und über mich selbst lachen musste, wie ich da mitging. Aber in dem Moment des Schreibens in der Verfassung war ich IN Afrika. Ich war da bei ihr, ich war oben an dem Ort, den ich da beschreibe. Es war alles so unglaublich wirklich und real für mich! Also, die Antwort auf deine Frage, wie ich die Figuren erschaffe lautet deshalb: ich glaube, dass ich da etwas drittes anzapfe, bzw. dass ich an von ihm angeschlossen werde. Viel eher jedenfalls als dass ich mich hinsetzen und einfach beschliessen würde: “so, jetzt erschaffe ich hier mal diese Figur für diese Handlung!” so ist es nicht!

MyBigFive: Kann mal also sagen, dass Ma Ma Gombe diese ehrwürdige, alte Dame namens Afrika repräsentiert, die sich dich gesucht hat, damit du diese Geschichte schreibst?

John: es gefällt mir sehr, die Geschichte so zu sehen! Ich werde oft gefragt: ” Wer ist Ma Ma Gombe”? Und die Antwort, die ich gebe, klingt genau so. Für mich ist Ma Ma Gombe genau so real wie du und ich. Ich kann mich mit ihr genau so unterhalten und diskutieren, wie jetzt mit dir. Ich glaube ganz fest, dass es eine ganz eigene Kraft und Energie besitzt. und dein Bild finde ich sehr schön! Es ist die Mutter Afrika! und wenn du jemals etwas länger in Afrika bist, dann stellst du fest: es gibt dort diese sehr spürbare Energie. Ich kann es nicht anders ausdrücken, ihr nicht anders gerecht werden als festzustellen: Wenn du da bist, ist dort dieses Gefühl: Afrika!

MyBigFive: In der Geschichte lehrt Ma Ma Gombe den “Jungen Jack”, die zweite Hauptfigur. Du selbst lehrst auch, John. Vom 10. bis 12. November in Frankfurt. Was hat es damit auf sich?

John: Sicher. Es ist interessant, wie sich die Gelegenheiten so bieten. Wie gesagt, so schreibe ich meine Bücher. Und die Dinge, die seitdem geschehen, scheinen auf der selben Energieebene zu passieren. Ich bin damals von ein paar Coaches angesprochen worden, die mir sagten: “Hey, wir möchten dieses Konzept anwenden, über das du in deinen Büchern schreibst. Welches ist der beste Weg, uns so auszubilden, dass wir lernen können, was du weißt?” Ich musste ihnen antworten, dass es kein spezielles Training dafür gab. Und dies war die Antwort, die ich erhielt: “Dann ist es besser, du lässt dir etwas entsprechendes einfallen, oder wir machen es uns selbst!” Das war also der Anlass: Ich wollte etwas wertvolles schaffen, für die Coaches und alle Menschen, die etwas über die BFFL lernen wollten.
Also habe ich angefangen, einen Kurs zu entwickeln, damit die Menschen, die die BFFL unterrichten wollten, Mittel an die Hand bekamen, um genau das auch in der notwendigen Qualität zu tun. Den ersten Kurz habe ich vor nun bald zwei Jahren angeboten und mittlerweile gibt es Coaches in allen Teilen der Welt, die mit dieser Technik arbeiten, um die BFFL anderen Menschen nahe zu bringen.
Teilnehmer dieser Kurse lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen. Sie sind entweder Menschen, die ein tieferes Verständnis vom Konzept der BFFL gewinnen wollen für sich selbst, oder auch um im privaten Umfeld darüber zu reden. Also ein eher persönlicher Ansatz. Oder – und das ist die größere Gruppe – es sind Menschen, die das Konzept auf der beruflichen Ebene anwenden, sei es als Persönlichkeitstrainer oder als Führungskräfte-Entwickler, um die BFFL in dieser Eigenschaft zu unterrichten.

MyBigFive: Ist es also zutreffend, wenn man sagt, neben dem öffentlichen Zugang zu den BFFL, den jedermann durch die Bücher finden kann, bietest du mit dem Kurs eine Ausbildung aus erster Hand, wie man aus der BFFL Technik den optimalen Nutzen ziehen kann?

John: Ja genau! Jemand der das Buch liest wird damit natürlich auch mit anderen Menschen reden. Es gehört ja gerade zu den großartigen Entwicklungen seit ich die Bücher geschrieben habe, dass Ehepartner oder Freunde untereinander BFFL-Gespräche führen, weil sie berührt worden sind und das mit anderen teilen wollen. Das habe ich mir gewünscht!
Aber für jemand, der das BFFL-Konzept ernsthaft weitergeben und ihm gerecht werden will, und der deswegen zu mir in das Training kommt: Ich werde an drei vollen Tagen sehr intensiv und persönlich die notwendigen Werkzeuge und Techniken unterrichten, die ich entwickelt habe, um anderen Menschen systematisch zu helfen, ihre BFFL zu finden und zu leben. Und teile ich dabei auch die verschiedenen Erfahrungen und Erlebnisse mit, die ich in der Anwendung gehabt habe. Letztlich ist es also ein Drei-Tage-Vollbad in allem, was ich über die BFFL weiß – aus eigener Lebenserfahrung und aus meiner Arbeit als Coach mit anderen Menschen.

MyBigFive: Aber du bietest nicht nur dieses “Intensivtraining” an. Es wird auch eine öffentliche Veranstaltung geben, die jeder Besuchen kann. Was können wir davon erwarten?

John: Wie du sagst. Diese Veranstaltung ist offen für jedermann. Die meisten Gäste werden Menschen sein, die meine Bücher gelesen haben oder von jemandem eingeladen wurde, der die Bücher kennt. Sie wurden von dem Inhalt der Bücher berührt und vielleicht persönlich verändert. Sie wollen mehr erfahren. Sie wollen ihr persönliches Puzzlebild weiter zusammensetzen.
In dem Event werde ich das Konzept der BFFL präsentieren, aber auf eine ganz andere und eigene Weise. Es ist das gleiche Konzept, aber es wird auf ganz andere Weise vorgestellt als in den Büchern. Es ist mein Ziel für eine fruchtbare Beziehung mit meinem Publikum, dass ich ihm ein nachhaltiges emotionales Erlebnis bereiten möchte. Es wird gelacht. Es wird auch geweint. Die Zuhörer können sicher sein, dass sie das Event inspirieren wird, ihr Leben auf eine ganz andere und positive Weise zu betrachten, als bisher.

MyBigFive: Haben die Bescher die Gelegenheit, die auch tatsächlich zu erleben. Bist du greifbar? Wird es Zeit für Fragen geben?

John: Oh, auf jeden Fall! Es ist eine meiner größten Freuden, mit Menschen in Kontakt zu treten und ihre Geschichten zu erfahren. Das ist meine Aufgabe. Jene, die meine Bücher kennen, ahnen, das ist mein Zweck der Existenz, mein ZDE. Menschen zu ermuntern, ein aufregendes und ereignisreiches Leben zu leben, indem ich ihnen von den BFFL erzähle. Ich bin auf diesem Weg meines Lebens, weil andere Autoren und Menschen mir geholfen haben, zu erkennen, dass das Leben ein erstaunliches, wirklich erstaunliches Erlebnis sein kann.

Das war mir lange Zeit nicht bewusst. Nun, da ich das weiß, halte ich es für meine Pflicht und meine Aufgabe, diese Erkenntnis mit anderen Menschen zu teilen. Menschen, die vielleicht mit ihrem Leben genau so hadern, wie ich damals gehadert habe.
Deswegen bin ich zu 100 Prozent präsent und greifbar! Nach dem Event für mindestens eine halbe Stunde, um all die Fragen zu beantworten, die die Gäste an mich stellen wollen. Also wirklich ganz offen. Außerdem bin ich immer bemüht rechtzeitig vor der Veranstaltung anwesend zu sein, um die Menschen zu erleben und mich mit ihnen auszutauschen. Und natürlich bin ich auch nach dem offiziellen Teil noch da und signiere gerne Bücher oder lasse mich mit den Gästen fotografieren, die noch da sind.
Und interessanterweise gibt es jedesmal ein paar Menschen, die mir länger in Erinnerung bleiben. So wie beim letzten Mal in Stuttgart, als mich eine junge Frau ansprach. Sie war vielleicht Mitte/Ende Zwanzig und sagte mir: “John, wir sind 300 Kilometer gefahren, um dich hier heute zu erleben. Und jede Minute war es Wert!” Das beschämt mich sehr. Wenn jemand 300 Kilometer fährt, um mich reden zu hören, dann ist das etwas besoderes für mich! Ich war ihr und ihren vier oder fünf Freunden, die mitgefahren waren, so dankbar, dass sie sich diese Mühe gemacht und dass sie mir ihre Eindrücke von dem Event widergegeben haben.
Das ist es, weshalb ich diese Veranstaltungen mache: Um Menschen zu treffen und damit sich Menschen miteinander austauschen können. Und darauf freue ich mich besonders, weil es zu dem Event dazu gehört!

Vielen Dank, John Strelecky, für dieses ausführliche und interessante Gespräch!

MyBigFive: Hier nochmal die Daten des Events: Es findet statt am Freitag, den 12. November 2010, im Saalbau Gallus, Frankenallee 111, 60326 Frankfurt am Main.
Einlass ist ab 19.00 Uhr, Beginn der Veranstaltung 19.30 Uhr.
Karten für den Vortrag sind erhältlich über die website www.bigfiveforlife.de oder an der Abendkasse. Sie kosten 30 Euro für den englischen originalvortrag oder 35 Euro inclusive deutscher Simultanübersetzung.

Hier der Podcast als Link.