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Was motiviert uns?

2010 September 30
innergameofstress

»Warum tue ich das?« Wer hat sich diese Frage nicht schon einmal gestellt? Was ist die Motivation für die Dinge, die wir Menschen tun (oder unterlassen)? Generell gibt es auf diese Frage in der Fachwelt eine Antwort mit zwei Teilen: Lustgewinn und Schmerzvermeidung. Zuckerbrot und Peitsche sind die Symbole dieser gegensätzlichen Anreize: Ein Teil der Menschen erwartet für sein Tun eine Belohnung, die sich materiell oder emotional messen lässt durch Zugewinn von positiv besetzten Erfahrungen oder Gütern. Der andere Teil der Menschen will dagegen vor allem eine negative Konsequenz vermeiden, die sich durch Verlust von Gütern oder von Zuneigung, oder durch Schmerz einstellen könnte. Selbst Frustration ist ein Verlust von Zufriedenheit und Ausgeglichenheit. Welcher Typ sind Sie? Welcher Weg ist Ihr Weg? Ein interessantes Buch legt nahe: es gibt eigentlich nur einen Weg: den freudvollen! Der negative, auf Vermeidung von unliebsamen Folgen ausgerichtete Versuch, so die Autoren von The Inner Game of Stress, Timothy Gallwey und Dr. John Horton und Dr. Edd Hanzelik, ist weit aufwendiger und – ist Stress, der die eigene Leistung schmälert!
Sehr eindrucksvoll zeigt das Buch, dass es für eine optimale Leistung darauf ankommt, Stress zu vermeiden. Stress, so Dr. Horton, speist sich aus den drei Faktoren Angst, Frustration und Schmerz. Zwar ist demnach die Schmerzvermeidung wichtig. Als Motivationskonzept jedoch ist diese Strategie letztlich suboptimal, denn ihr liegt etwas ebenso negatives zugrunde: Die Angst! Angst vor Schmerz oder Angst vor Frustration ist demnach bereits ein Stressfaktor und beeinträchtigt das natürliche Potenzial jedes Menschen negativ. Umgekehrt ist jeder Mensch zu ungeahnten Leistungen fähig, wenn er oder sie in der Lage ist, sich unbefangen und ohne Angst, Schmerz oder Frustration einer Aufgabe zuzuwenden.
Gallwey wurde bekannt durch sein Buch “The Inner Game of Tennis” und ein Ereignis, wo er vor einem Millionenpublikum im Fernsehen demonstrierte, dass selbst eine unsportliche Person ohne jede Erfahrung mit Tennis in der Lage ist, innerhalb von wenigen Minuten Tennis spielen zu lernen! Das Buch wurde ein Welterfolg und der Grundstein einer ganzen Reihe von “Inner Game” Büchern.


Spitzenleistung, so Gallwey, kann nur erzielt werden, wenn der Mensch und sein Potenzial nicht gemindert werden. Und dazu ist es ebenfalls notwendig, die drei Komponenten zuzulassen, die jedem Erfolg zugrunde liegen: Performance (Leistung), Learning (Lernen), Experience (Erfahrung), nennen es die Autoren. Das P-L-E-Dreieck.
Wer sich nur auf die Leistung konzentriert, und sich gegenüber dem mit jedem Werk verbundenen Lernprozeß und den damit verbundenen Erfahrungen verschliesst, kann keine Spitzenleistung vollbringen. Er steht sich quasi selbst im Weg (»Getting out of your own way is important«).
»Wir werden darauf konditioniert, das Ziel menschlicher Handlungen bestehe darin, vor anderen gut dazustehen. Das ist nicht das Ziel!« Und daher ist es auch nicht das beste Motiv für Spitzenleistung (“Excellence“).

»Spaß und Freude sind natürliche Quellen der Spitzenleistung.«

Tim Gallwey

Und wer sich nur darauf konzentriert, dem Chef zu gefallen, oder eine Tätigkeit verrichtet, ohne sie zu als angenehm und erfreulich zu erleben, handelt im Stress-System, wie Dr. Horton erläutert.
Dieses System ist gut und hilfreich für spontane Reaktionen auf Gefahr und Bedrohung. Es ist jedoch nicht geeignet, dauerhaft aktiv zu sein. Stress macht krank! Doch es gibt wege aus diesem bedrohlichen System hinaus in das natürliche System, welches Horton System der Weisheit (Wisdom System) nennt. Dieses System, welches uns u.a. zu Empathie, Erkenntnis, einem Sinn für Freiheit und zu Wahlmöglichkeiten befähigt, liegt der Idee der Big Five for Life zugrunde. Let’s go for it!

Den Impuls zu diesem Beitrag verdanke ich einer Sendung von Layna Berman vom 21. 9. 2010 im Programm von Your Own Health and Fitness.

  • http://fantastischleben.com klaus pertl

    Ich glaube uns motiviert etwas ganz anderes als einfach nur Lustgewinn oder Schmerzvermeidung. Jeder Mensch hat ganz besondere einzigartige Talente. Und wenn diese sich mit Begeisterung für etwas vermsichen, dann macht das nicht nur jeden von uns so einzigartig, sondern gibt jedem von uns einen ganz einzigartigen. Und dieser Lebenssinn ist für mich der wichtigste und stärkte Motivator überhaupt.
    Liebe Grüße
    Klaus Pertl