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Schaden abwenden

2013 Juli 8

Ein wichtiger Teil meiner Arbeit besteht darin, Fragen zu beantworten, die Menschen haben, wenn sie sich erstmals mit dem Big Five for Life Konzept beschäftigen. Eine diese Zuschriften hatte folgenden Wortlaut:

„Ist es vertretbar, wenn das Konzept die Menschen ermuntert, ihre Big Five for Life zu veröffentlichen? Ich bin im Umgang mit meinen Zielen, Gedanken und Gefühlen sehr vorsichtig geworden, weil ich im Laufe der Jahre erfahren musste, dass andere diese Kenntnis gegen mich eingesetzt haben.“

Es ist ein Hinweis, der oft geäusserte Vorbehalte aufgreift. Und der es in sich hat.

Tatsächlich ist es wichtig, sogar zentral, als Coach oder sonstiger Begleiter eines Reisenden in Sachen Big Five for Life auf die Wichtigkeit und Bedeutung des eigenen Bauchgefühls zu achten! Big Five for Life ist niemals Zwang. Es ist kein “Muss“.
Insofern sind alle Hinweise und Hilfestellungen für den Weg zur Umsetzung der eigenen Big Five for Life Vorschläge, von denen man sich wie bei einem Buffet einige zunutze machen kann, aber nicht “muss”.

Niemand muss seine Big Five for Life veröffentlichen!

Warum wird die Veröffentlichung überhaupt thematisiert? Ihr erinnert euch: es geht darum, die WSE Krankheit (“Wie schaffe ich es?”) zu vermeiden und die Hilfe der Wers zu nutzen. Wenn ich nicht weiterweiß. Oder wenn ich etwas noch nie gemacht habe. Sonst brauche ich keinen Wer! Der Wer ist nicht wichtiger als ich selbst. Nicht der Weiser meines Weges. Es gibt Wers deren Erfahrung ich kennenlerne und nicht nutzen möchte. Und nicht nutzen muss! Und es gibt Big Fives, bei denen ich gut selbst klar komme, und keinen Wer suchen muss!

Der Wer ist nur dann wichtig, wenn ich nicht weiterweiß. Er hilft mir, Frustration zu vermeiden und das Rad nicht neu zu erfinden. Denn beides ist unnötig und kontraproduktiv.

Je nach Situation haben meine Big Five for Life einen leicht anderen Wortlaut. Der Sinn und die Bedeutung ist entscheidend, und es ist wichtig zu wissen, dass es Formulierungen zu wählen gilt, die die jeweiligen Wers verstehen (richtig, sinngemäß verstehen) können.

Die Business Community denkt und spricht anders als beispielsweise Künstler. Gute Bekannte sprechen anders miteinander als Geschäftskontakte. Insofern kann es angemessen sein, den Inhalt der Big Five so zu modulieren, dass sie zur Situation passen.

Und ob die Situation passt, hängt auch damit zusammen, ob mein Gleichgewichtsinn bereits groß genug ist, um den ersten Schritt zu gehen und den Wer zu suchen.

Soweit das Grundsätzliche.

Was die spezielle Situation der obigen Zuschrift angeht: hier scheint es genau um diese Frage zu gehen: persönliche Sicherheit.

Dass es Menschen gibt, die sich lustigmachen über mich, ist gewiss. Ob mich das stört, ist eine andere Frage. Dass sie mir schaden wollen, kann ich mir vorstellen. Ob sie mir schaden können?

Worin sollte ein solcher Schaden bestehen? Dass ich mich auf das ausrichte, was wirklich zählt in meinem Leben? Wie könnte mir das schaden?

Es mag Menschen geben, die nicht nachvollziehen können, dass das, was für mich wirklich zählt, wirklich zählen könnte. Und die sich schon daran stören, dass es für mich zählt.
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Bin ich davon abhängig? Womit könnten mir diese Menschen schaden? Selbst wenn sie Vorgesetzte oder Arbeitgeber wären?
Sie könnten verlangen, dass ich aufgebe, was für mich wirklich zählt, weil es unvereinbar mit meinem Job sei.
Wenn es tatsächlich unvereinbar ist, dann tun sie mir einen Gefallen (wahrscheinlich habe ich es vorher schon irgendwie gespürt). Wenn es nicht unvereinbar ist, dann sind sie, die solches behaupten, unvereinbar mit mir. Will ich dann weiter für sie arbeiten?

Öffentliche Amts- und Mandatsträger könnten fürchten, dass, was wirklich zählt in ihrem Leben, verzerrt und skandalisiert würde. Hier gilt das Gleiche: will ich eine öffentliche Position bekleiden, wenn die Öffentlichkeit dafür von mir verlangt, aufzugeben, was wirklich zählt?

Nun könnte es Gründe geben, die mich mahnen, die Stabilität in meinem Leben nicht zu gefährden. Und das ist richtig. Stabilität, Gleichgewicht, Equilibrium sind Begriffe für innere Ruhe und Klarheit. Sicherheit ist eine Illusion – und als solches kein Grund, eine richtige Entscheidung länger aufzuschieben als nötig. Die Gute-Zeiten-Schlechte-Zeiten-Falle ist eine Ermahnung genau daran: es gibt unzählige Vorwände und Anlässe, nicht die Erfüllung dessen anzustreben, was wirklich zählt. Aber keinen einzigen Grund!

Wann und wie ich die Erfüllung anstrebe, ist meine ureigene Entscheidung. Dazu braucht es Harmonie von Kopf und Bauch. Wie in diesem Beitrag beschrieben.

Solange der Zeitpunkt für die äusserlich wahrnehmbare Umsetzung eines Vorhabens nicht richtig ist (z.B. weil andere Dinge, die wirklich zählen, noch anstehen), bin ich zufrieden und lebe im Einklang mit meinen Big Five for Life.
Wenn sich dort Unbehagen meldet, bietet die Big Five Technik die nötigen Tools und Hilfen: Write the Ending first, finde deine Wers, Nimm dir eine Stunde Zeit am Tag.

Nichts davon muss ich öffentlich tun. Aber nach außen gehen, Vertrauen fassen und handeln kann nur ich selbst. Denn es könnte eine Prüfung sein, die das Universum einschiebt, um zu schauen, wie ernst ich es meine. Sind mir die Dinge wichtig, oder nur, solange der “Erfolg” garantiert ist?

Und schließlich: was wäre die Konsequenz? Wenn ich aus Furcht vor Unannehmlichkeiten das, was wirklich zählt, die Genüsse und das Auskosten des Lebens, unterlasse, werde ich dann Erfüllung finden?