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Schritt für Schritt

2013 Juli 3
von Uwe Alschner

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Immer wieder erhalte ich Zuschriften von Fotos, die Menschen bei der Erfüllung ihrer Big Five for Life zeigen. Gestern hat mir ein Teilnehmer eines Discovery Seminars ein Foto geschickt, wie er eines seiner Big Five for Life erfüllt: Tauchen im Grünen See. Und er hat hinzugefügt, dass er es jedoch noch nicht von seiner Liste streichen, sondern wiederholen wolle.

Dazu habe ich ihm geantwortet, dass nur er selbst – jeder für sich – ermessen kann, ob und wann es Zeit wird, einen bestimmten Punkt von der Liste zu streichen. Warum soll Tauchen im Grünen See unbedingt ein einmaliges und nicht ein langfristiges Big Five for Life sein?

Die Big Five for Life sind nur eine Metapher für das, was wirklich zählt im Leben. Angelegt an die African Big Five, die zu sehen eine Safari erfolgreich macht.
Man kann jedoch auch ein anderes Bild wählen. Etwa das Bild der großen Ströme der Welt, die unsere Werte symbolisieren. Werte, die uns persönlich wichtig sind wie Vertrauen, Liebe, Integrität oder Sicherheit. Unser Leben spielt sich auf diesem großen Fluss-System ab. Die Big Five for Life stehen in diesem Bild für die Ankerpunkte oder Häfen, die an diesen Flüssen liegen und die wir auf unserer Reise ansteuern. Sei es, um sie einmal zu sehen oder etwas Einmaliges dort abholen, oder auch um immer wieder dorthin zurück zu kehren, weil es für unsere Reise wichtig ist. Und egal, wie unsere Reise auch ablaufen wird: sie beginnt mit einem ersten Schritt.

Den zu setzen fällt manchmal nicht leicht. Es erfordert Vertrauen, einen Weg zu gehen zu einem Ziel, das man nie zuvor erreicht hat. Es erfordert Vertrauen, dass sich das Ziel erreichen lässt. Dieses Vertrauen geben uns die Wers, denn sie waren bereits da. Und es erfordert Vertrauen, dass wir überhaupt in der Lage sind, zu gehen und zu bestehen. Vertrauen in uns selbst.

Mit meiner Kollegin Friederike Seiffert habe ich am Montag eine Klausur eingelegt. Wir haben über die nächsten Schritte in unserer Arbeit nachgedacht. Wir haben uns auch gefragt, wie es den vielen Teilnehmern unserer Seminare und Workshops geht. Von einigen wissen wir es, da sich ein regelmässiger Austausch entwickelt hat. Andere haben wir seit dem Seminar noch nicht wieder gesprochen. Und das ist auch gut so, denn es mag manchen Mitreisenden wichtig sein, eine Zeitlang alleine für sich zu sein und zu gehen.

Wer feststellt, dass es schwer fällt, den Weg zur Erfüllung der eigenen Big Five for Life alleine zu gehen, möge Beruhigung darin finden: das ist normal!

Menschen, die nach langer Krankheit das Gehen neu lernen mussten, können darüber berichten, was es dazu braucht: ein Gefühl von Gleichgewicht. Wer gehen will, muss zunächst stehen können. Es ist wichtig, sich die Anerkennung zu dafür gewähren, dass man alleine stehen kann!

Ist Stillstand nicht Rückschritt? Nur in einem Wettbewerb mit anderen, die voran schreiten wäre Stillstand ein relativer Rückschritt. Doch diesen Wettbewerb gibt es im Big Five Konzept nicht. Der Erfolgsbegriff dabei wäre eben gerade nicht individuell, persönlich, sondern auf andere bezogen. Und diese anderen spielen im Zweifelsfall nach ihren Regeln. Die Mitstreiter von Lance Armstrong auf der Tour de France haben das erlebt.

Diese Erfahrung ist wichtig und insofern ist es gerade nicht so, dass Stillstand Rückschritt ist, wie es im Volksmund heisst. Stillstand und Gleichgewicht sind viel eher die Voraussetzung für Erfolg, wie er persönlich wichtig ist!

Geniesst die Ruhe, wenn ihr steht. Dann, wenn ihr diese Kraft der Ruhe spüren könnt, stellt euch auf euer Standbein und probiert, im Gleichgewicht das Spielbein zu schwingen. Nutzt die Kraft der Wers auch hierbei. (Wenn euch kein Wer einfällt, erinnert euch daran, dass es zertifizierte Big Five for Life Coaches gibt!)

Gemeinsam werdet ihr ein Gefühl für das Gleichgewicht beim Gehen erlangen. Und wenn das Spielbein, den gedachten ersten Schritt noch nicht setzen mag, weil er sich dann doch zu groß anfühlt, schwingt neu und setzt die Anfangsdistanz kleiner an.

Auch dabei gilt: es gibt kein “zu klein”. Es gibt nur ein “noch zu groß”. Wichtig ist das Gleichgewicht und das Bewusstsein, dass eine große Reise nicht in einem großen Schritt getan wird. Sondern mit einem ersten Schritt. Und der will getan werden. Egal wie groß.

Just do it!