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“Hauptsächlich ist das eigene Herz bei der Suche nach den eigenen Big 5 gefragt”

2013 Januar 26

Catrin Geldmacher ist ein lebendiges Beispiel dafür, das zu leben, was das Herz ihr sagt. Ihr Herz hängt unter anderem an Weltreisen, zu denen sie regelmäßig Reisende aus Deutschland und der Welt mitnimmt. Erfahren Sie in dem hier publizierten Gespräch, was sich hinter Catrins Big Five for Life verbirgt. Das Gespräch habe ich bereits im Oktober 2012 mit ihr geführt.

26.10.2012, 09:01 / Das Big Five for Life Gespräch Nr. 4, Zu Gast: Catrin Geldmacher

Friederike Seiffert: Guten Morgen Catrin, ich freue mich, daß ich nach einer reichlich langen Sommerpause mit Dir einen herbstlichen Neustart des Big Five for Life Gespräches machen kann. Sei herzlich Willkommen!

Catrin Geldmacher: Hallo Friederike, ich freue mich, dass es jetzt mit unserem Gespräch losgeht.

Friederike Seiffert: Liebe Catrin, ich verfolge mit viel Freude Deine Big Five for Life Aktivitäten schon solange ich mich mit den Big Five vor Life auseinandersetze. Erzähl mal, wie kam es zu Deiner ersten Begegnung mit dem Big 5 – Thema?

Catrin Geldmacher: 2010 habe ich über Xing Kai Pawlowski aus Hamburg kennen gelernt. Kai hat mir das Buch “The Big Five For LIfe” empfohlen und ich habe mir sofort alle 4 Bücher von John P. Strelecky zugelegt. Besonders begeistern mich Johns Ideen der “Museumstage”, “Wers suchen” und “Mach-mich-besser-Sitzungen”. Inzwischen habe ich John schon zweimal getroffen und somit hat die Anfangseuphorie in keinster Weise nachgelassen.

Friederike Seiffert: War die Begegnung des Big Five Themas etwas ganz grundlegend Neues und Anderes, als Du im bisherigen Leben kennengelernt hattest?
Catrin Geldmacher: Beim Lesen von Johns Buch hatte ich permanent das Gefühl “Ja, er schreibt genau das, was ich fühle. Wenn John das schreibt, bin ich scheinbar nicht die Einzige, die so denkt, dass man aus jedem Tag den besten machen sollte, klare Ziele vor Augen haben sollte und sich Menschen suchen sollte, die einem bei der Zielerreichung helfen können.”

Friederike Seiffert: Du bist eine derjenigen, die die Big 5 for Life nicht in einem Workshop oder über ein Coaching entdeckt hat. Wie war Dein Weg?

Catrin Geldmacher: Ich habe das Buch gelesen, das Buch vor Begeisterung gleich zehnfach verschenkt (gute Ideen müssen weit gestreut werden) und dann habe ich mich mit Kai Pawlowski und 5 anderen wöchentlich per Skype verabredet, um die 30-Tage-Schritt-für-Schritt-Anleitung durchzuarbeiten. Der Prozess hat dann meine Big 5 an die Oberfläche befördert.

Friederike Seiffert: Waren die entdeckten Big 5 etwas vollkommen Neues für Dich, oder etwas Altes, was bereits bewusst – oder auch schlummernd – in Dir vorhanden war?

Catrin Geldmacher: Mein Akronym ist “OFFEN” und das sind meine Big 5:
O – Organisation von Weltreisen durch Wohnzimmer in alle Länder der Welt
F – Für 1.000.000 Menschen die Geldmacher-Methode zum Wissen aufnehmen, weitergeben und behalten bieten
F – Für Menschen aus Nah und Fern Raum bieten
E – Essen gesund, lecker und schnell zubereiten
N – Neues erfinden

So richtig neu entstanden sind die Weltreisen durch Wohnzimmer.
Die anderen 4 Lebensziele waren schon da, bevor ich mit den “Big 5″ in Berührung kam – nur noch nicht so konkret.

Friederike Seiffert: Hatte sich mit der Entdeckung der Big 5 gefühlsmäßig etwas verändert? Wenn ja, was? Oder auch: Wie fühlte sich das an für Dich?

Catrin Geldmacher: Ich habe mich beim Suchen nach meinen Big 5 mit meiner Vergangenheit beschäftigt. Ich wollte Muster erkennen, von Dingen, die mich in meinem Leben immer wieder begeistern. Dieses Muster war dann auf einmal der Kontakt zu Menschen aus unterschiedlichsten Kulturkreisen. Das Gefühl, das zu erkennen war für mich sehr tief. Es war, als fügten sich zig Puzzlesteine auf einmal zu einem Gesamtbild. Es war ein Gefühl von Klarheit und Entschlossenheit, das Ziel zu verfolgen und ein Gefühl von Glück, diese Erkenntnis erlangt zu haben. Die Einzelteile ergaben für mich so sehr Sinn.

Friederike Seiffert: Laß uns nun einmal konkret werden. Was verbirgt sich hinter Deinem Big 5, der Weltreise durchs Wohnzimmer?

Catrin Geldmacher: Ganz konkret war dieses Big 5 im Januar 2011 auf einmal klar. Ich habe zu dem Zeitpunkt “Deutsch als Fremdsprache” unterrichtet und mich dann sofort auf die Suche nach Menschen aus unterschiedlichsten Kulturkreisen gemacht, die Lust haben, für zwei Stunden ihr Wohnzimmer zu öffnen und von ihrer alten Heimat zu sprechen. Ich habe viele Wers gefunden. Inzwischen haben schon 37 Reisen stattgefunden, es gibt eine Homepage dazu: www.weltreisedurch.de, es gibt einen Film zu einer Wohnzimmer-Weltreise nach Ruanda (auf der Startseite der Homepage), Andreas Mohn war von der Idee begeistert (inzwischen ist es ein Projekt der Andreas-Mohn-Stiftung, die im Juni 2011 gegründet wurde), jetzt möchte Dr. Remmo von der Universität Bielefeld über das Thema “Weltreise durch Wohnzimmer” habilitieren, es sind nach meiner Heimatstadt auch die Städte Rietberg, Herzebrock-Clarholz, Gütersloh, Halle, Bochum und Dortmund dazugekommen, in denen jeder, der sich anmeldet nun durch Wohnzimmer weltreisen kann. Ungefähr 350 Reisende waren inzwischen schon unterwegs.

Friederike Seiffert: Catrin, wenn ich das lese, wird mir’s ganz warm um’s Herz. Du bist in einem enormen Tempo unterwegs. Und das führt mich zu meiner nächsten Frage: Was ist für Dich persönlich der wichtigste Faktor bei der Umsetzung Deiner Big Five for Life?

Catrin Geldmacher: Es gibt bei den Big 5 ja immer wieder die Diskussion, wie groß die Big 5 sein sollen, ob es DIE Lebensziele schlechthin sein sollen, oder kleine Zwischenziele. Meine Big 5 sind für mein Leben angelegt und um so ein Tempo zu haben, konzentriere ich mich im Augenblick voll auf mein erstes Big 5. Das strahle ich automatisch nach Außen und so ergibt sich ganz viel aus “Zufall” (aber Zufälle gibt es ja wohl nicht). Es hat dann auch wohl was mit der Kraft der Anziehung zu tun und meiner inneren Gewissheit, dass dieses Big 5 viel Sinn für die Gesellschaft macht, für jeden einzelnen Reiseleiter und für jeden Reisenden. Es hat ganz viel mit Wertschätzung und Interesse zu tun und mit Bildung – ich lerne doch so gerne dazu. Es ist es ganz und gar aus meinem tiefsten Inneren, deswegen fügt sich alles und das geht sehr schnell.

Friederike Seiffert: Catrin, Du hast ein Phänomen geschildert, das ich voll und ganz bestätigen kann. Was kannst Du ganz konkret Menschen empfehlen, die Schwierigkeiten haben, mit ihren Big Five for Life ins TUN zu kommen?

Catrin Geldmacher: Wenn es echte, ganz konkrete Big 5 sind, kommt das Tun 100%ig von ganz alleine. Um die echten Big 5 zu finden empfehle ich, den Kopf nur für die Einnerung an das bisherige Leben zu nutzen und dafür, Muster zu erkennen. Hauptsächlich ist das eigene Herz bei der Suche nach den eigenen Big 5 gefragt. Das benötigt ein bisschen Zeit, Ruhe und Vertrauen, dass alles schon in uns ist, nur im Augenblick noch nicht bewusst. Was mich angeht, habe ich mit niemanden aus meinem Alltag den Findungsprozess durchdiskutiert, nur mit den “Fremden” aus unserer Skype-Gruppe. Das persönliche Umfeld neigt oft dazu, den Prozess der Big-5-Findung zu beeinflussen. Beinflussung benötigt meiner Meinung nach keiner bei der Findung der EIGENEN Big 5 (sonst wären es ja nicht die eigenen). Somit macht zur Findung ein Workshop zu den Big 5 mit unbekannten Menschen, die auch auf der Suche sind, viel Sinn, wenn man selbst weiß, dass man wenig Selbstdisziplin aufbringen würde, sie zu finden.

Friederike Seiffert: Schön, dass Du das ansprichst. Es ist tatsächlich so, dass die Menschen sehr unterschiedliche Bedürfnisse haben. Ich selbst zum Beispiel wußte, daß ich für einen Selbstfindungsprozess vollkommen ungeeignet bin. Da ich große Gruppen liebe, war für mich das Big Five for Life Discovery-Seminar absolut das Richtige. Andere Menschen, haben kein Problem, quasi “im stillen Kämmerlein” – in einer Art Arbeit mit sich selbst – zu ihren Big Five for Life zu kommen. Die Dritten sind glücklich, wenn sie im Einzelcoaching eine sehr intensive Betreuung erhalten. Die vierten freuen sich, wenn Sie den Findungsprozess mit Golfen, Wandern, Segeln oder Yoga verbinden können. Der Zugang zum Herzen ist bei jedem Menschen vorhanden. John P. Strelecky hat uns mit seinem 30-Tage-Schritt-für-Schritt-Programm eine Art Generalschlüssel zur Öffnung des Herzens in die Hand gedrückt. Allein für jeden Menschen gibt es zusätzlich noch einen separaten Haustürschlüssel: der Weg (Gruppe, stilles Kämmerlein etc.), der einem am meisten liegt.

Eine weitere Frage an Dich, gleich im Anschluss: Gibt es bei der Umsetzung Deiner Big 5 auch eine Hürde, die Du überwinden mußt?

Catrin Geldmacher: Ja, mein Leben besteht ja nicht nur aus “Weltreisen durch Wohnzimmer”. Ich habe einen Mann, eine Tochter und sehr viel zu tun. Die Herausforderung ist es, das “Leben der Big 5″ in Einklang mit dem Umfeld ideal zu gestalten. Ideal heißt in diesem Fall, die oben beschriebenen “Zufälle” zur Ausfüllung und Weiterentwicklung des Big 5 “Weltreisen durch Wohnzimmer” zuzulassen, zu erkennen und anzunehmen ohne die totale Vernachlässigung des Alltags.
Ich muss immer hellwach sein, um zu erkennen, was in diesem Augenblick wirklich wichtig ist. Die Erfüllung meiner Big 5 kann ab und zu schon sehr raumgreifend sein.

Friederike Seiffert: “Raumgreifend” Catrin, das ist ein gutes Stichwort. Ehe unser Big Five for Life Gespräch nun zu raumgreifend wird, sollten wir nun zum Abschluss kommen und den vielen Big 5 Interessierten den Raum geben, ihre Big 5 zu entdecken oder umzusetzen.
An Dich vielen tausend Dank für die tollen Ausführungen! Ich genieße es, dass auch ich in diesen Big Five for Life Gesprächen immer wieder etwas Neues lerne oder bereits gemachte Erkenntnisse sich bestätigen. Heute habe ich mich durch Deine Antworten in meinen persönlichen Erlebnissen bestätigt gefühlt. Auch hierfür meinen Dank!

Liebe Catrin, ich wünsche Dir weiterhin so viel Elan in der Umsetzung!
Ich bin mir sicher: Du bist ein gutes Bespiel für andere, die auf dem Weg sind!

Catrin Geldmacher: Liebe Friederike, vielen Dank, dass du mich zu diesem Gespräch eingeladen hast. Gerade das Nachdenken darüber, wie der Anfang der Findung der Big 5 war, löst bei mir wieder die gleichen Gefühle aus, wie damals, als “es” passierte und sich alles zu einem Bild fügte. Schön, dass ich das durch dich wieder erleben konnte. Wenn unser Interview andere inspiriert, ihre Big 5 zu leben, freut es mich sehr.
Ich wünsche dir und allen Lesern unzählige Museumstage. Catrin

Homepage von Catrin Geldmacher