Skip to content

Galerie der Träume

2012 März 24
von Steffi Schroeter

Wie oft triffst du jemanden, der dir von einem Traum erzählt, den er im Herzen trägt und von dem er sich sehnsüchtig wünscht, dass dieser wahr wird?
Ich treffe jeden Tag so einen Menschen. Zumindest von Mai bis September. Denn dann haben wir unsere Galerie geöffnet. Die kleine Fotogalerie in unserem Fischerdorf Snogebæk auf der dänischen Insel Bornholm zieht magisch diese Menschen an, die mir gerne ihren Traum erzählen wollen. Denn 90 Prozent der deutschen Touristen, die nach Bornholm kommen, haben einen Traum: Einmal auf Bornholm leben! Und so haben sie hier und dort gelesen, dass so eine deutsche Familie es tatsächlich getan hat. Die sind gegangen und leben auf ihrer Trauminsel. Diese Menschen kommen zu uns und stellen uns jeden Tag die gleiche Frage: „Wie habt ihr das gemacht?“. Nein, ich muss mich korrigieren. Sie fragen: „Wie haben SIE das gemacht?“. Wir gehen dann gleich ins Du über, denn ich erkläre erst einmal, dass wir uns hier alle duzen, nur die Königin wird mit SIE angeredet. Dann fällt das Plauschen gleich viel leichter und „man“ kommt direkt ohne förmliche Umwege zum Wesentlichen.

Meine Antwort darauf: „Nicht nachdenken, sondern einfach machen.“ Und jedes Mal wieder gucken mich verdutzte, geradezu ungläubige Augen an und schon kommt der Kommentar
„Na, so einfach ist das doch auch wieder nicht“. „Doch, so einfach ist das!“. Schweigen.
Damit die Menschen mir nun nicht beleidigt die Rücken zudrehen und denken, dass ich wohl meine, über den Dingen zu stehen, biete ich dann meist einen Stuhl und einen Kaffe an – und einen Keks :-) Wir schauen uns die Naturfotos an, die mein Mann Udo mit seiner Kamera so wunderbar einfängt und die wir auf großen Leinwänden oder Dibond-Platten an den weiß gekalkten Wänden präsentieren.
Wenn der erste Keks gegessen ist, frage ich zurück: „Warum ist das denn nicht so einfach?“ Und dann ergibt sich daraus meist ein längeres Gespräch… Der sichere Job , die Familie, die Freunde, das Umfeld, das Haus, die Kinder…. Tausend Gründe, es nicht zu tun. „Und wie war das bei Euch? Ist doch sicher nicht einfach hier, so mit der Sprache und den Kindern? Die Dänen sollen ja auch recht Deutschen-feindlich sein… Ihr konntet doch sicher dänisch als ihr herkamt?“
“Nein“, antworte ich, „wir konnten kein dänisch. Wir haben einfach den Traum gehabt, hier zu leben und irgendwann kam der Zeitpunkt, wo wir es getan haben. Wir haben die Sprache erst hier gelernt. Die Menschen waren alle sehr freundlich, ich habe noch keinen feindlichen Menschen getroffen. Ganz im Gegenteil, das war ja einer der Gründe, warum wir hier leben wollten: die Menschen sind sehr herzlich und seeeehr entspannt. Unsere Seele hat sich hier Zuhause gefühlt“. „Ja aber vermisst ihr den nicht Eurer altes Umfeld, Eure Familie?“, erwidert mein Galerie-Gast. „Doch das Vermissen gehört zu dem Weg und das ist ok. Andererseits haben sich hier viel tiefere Begegnungen ermöglicht. Nun sehen wir die Familie einmal oder zweimal im Jahr, aber dann für 1-2 Wochen. Vorher war es mal ein Kaffeekränzchen am Nachmittag, nie länger. Die Familie hat eine ganz andere Qualität bekommen“, versuche ich zu erklären. „Nein, das könnte ich nicht“, erwidert mein Gast. „Aber schön ist es hier. Und wenn wir nach dem Urlaub nach Hause kommen, buchen wir schon immer wieder für das nächste Jahr. Wir kommen schon seit 25 Jahren hierher. Das wäre schon wirklich ein Traum, hier zu leben, aber…“

Meine Antwort, dass es so einfach ist, es zu tun, ist keine Provokation (auch wenn manche es selbst nach dem intensiven Gespräch immer noch als solche erleben), sondern meine Einstellung zum Leben, zu meinen Träumen. Ich und mein Mann hatten einen Traum. Eines Tages wollten wir auf dieser Insel leben, zwei Kinder haben und Selbsterfahrungs-Angelseminare geben. Das haben wir uns vor 14 Jahren versprochen, das war ein gemeinsamer Traum… Erst kamen die Kinder, dann vor sechs Jahren die Auswanderung und seit nunmehr drei Jahren auch die Seminare. Es funktioniert. Und ist eigentlich ganz einfach und wir ALLE haben das Handwerkszeug dafür: Fühle deinen Traum, habe eine Vision, nimm dein Herz und deinen Mut in beide Hände und gehe los… Und du wirst erleben (das garantiere ich dir!), dass du von allen Seiten Unterstützung bekommen wirst. Wenn uns heute jemand fragt, wie wir denn die Aufenthaltsgenehmigung gleich für fünf Jahre bekommen hätten, wie es sein kann, dass wir von der Bank das Darlehen für unseren Hauskauf bekommen haben und und und… So antworte ich immer noch und immer wieder „Wenn du deinem Herzen folgst, öffnen sich alle Türen. Probier es aus, vertraue und gehe. Und steh´ wieder auf, wenn du mal fällst“. Und seitdem ich John Streleckys Bücher gelesen habe, ergänze ich mit Überzeugung: “Und suche dir deine WERs”.
So einfach ist das. Und halte an deinem Traum fest. Glaube keinem anderen Menschen, der dir erzählen will, dass Träume nur Schäume sind, dass Träume was für Kinder sind oder dass das unrealistisch ist. Hätten wir auf die Menschen gehört (es gab nicht EINEN Menschen, der uns zu unserer Auswanderung zugeraten hat), hätten wir es nicht getan. Doch wir beide wussten, dass alles gut ist, gut wird und dass Träume gelebt werden sollen. Genau dafür sind wir hier auf diesem Planeten! Traumhaft!
Mein Lieblingszitat aus der “Safari des Lebens” von John Strelecky:” Jeder unserer Big Five for Life beginnt mit einem Traum. Und ein Traum ist nichts anderes als eine Möglichkeit, die nur darauf wartet, dass sie stattfinden darf”. … stattfinden DARF – wie schön! WIR erlauben es unserem Traum, stattzufinden.
Ich arbeite mit allen Kräften an der Realisierung meiner weiteren Träume – meiner Big Five For Life!