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Acht Tipps für Menschen, die ihren Job hassen

2011 Mai 14
von John P. Strelecky

John Strelecky

Hallo Freunde der Big Five for Life!

Kurz vor meiner Abreise nach Deutschland kommt hier ein neuer Gastbeitrag. Es geht um ein Thema, das viele kennen: Unglücklich im Job. “Arbeit ist kein Vergnügen,” lautet ein Sprichwort, was viele im Sinn haben, die bereit sind, sich mit einem ungeliebten und frustrierenden Job abzufinden. “Da kann man nichts machen“, höre ich oft. In diesem Beitrag will ich all jenen Lesern Hoffnung geben: Hier sind acht Tipps für Menschen, die ihren Job hassen:

Tipp Nummer eins: Tue weniger Dinge, die du hasst

Es ist erstaunlich, wie viele Menschen ihren Job hassen und die dennoch ihre einzige Lösung darin sehen, härter zu arbeiten, um sich aus dem ungeliebten Job zu befreien. Ich sagen diesen Menschen: das wird euch umbringen! Im wörtlichen und im übertragenen Sinne. Sei pünktlich und erfülle deinen Job in deiner Arbeitszeit so gut es geht. Aber dann raus. Geh’ zur Tanzschule, spiele Fußball, verbringe Zeit mit deinen Kindern. Ganz egal was deine Lieblingsbeschäftigung ist: Sie wird dich daran erinnern, wie viel Spaß du haben kannst, wenn du deinem Herz folgst. Daraus kannst du enorme Kraft schöpfen, die dich für immer aus dem ungeliebten Job befreit. Und zusätzlich macht sie die Zeit erträglicher, die du auf deiner Arbeitsstelle verbringst.

Tipp Nummer zwei: Finde heraus, was du wirklich tun willst

Andere Menschen werden dir kaum helfen wollen, irgendeine neue “Arbeit” zu bekommen. Warum nicht? Weil die meisten Menschen ihren Job nicht mögen, wollen sie nicht verantwortlich dafür sein, dass dir etwas ähnlich unbefriedigendes passiert. Wenn du dagegen weisst, welches dein “Traumjob” ist, oder wenigsten deine “Traum-Branche”, werden sie sich dafür zerreißen, dich auf dem Weg zu unterstützen. Wenn jemand deinen Traumjob schon macht, sieh zu, dass du ihn bekommst!

Übrigens: Je mehr du dich darin übst, Tipp Nummer eins zu beherzigen, desto mehr wirst du das Gefühl dafür wieder erlangen, was du am liebsten tun würdest. Wenn du dein Fahrrad schon ein Jahr nicht mehr bewegt hast, wird es schwer sich darüber klar zu werden, dass es eine Menge Leute gibt, die durch die Fahrrad-Industrie ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Tipp Nummer drei: Schaff dir die größten Bären vom Hals

Angenommen du entscheidest dich für einen Spaziergang im Wald. Nach ein paar Minuten, während du dich noch entscheidest, welchen Weg du heuten wandern willst, greifen dich fünf Bären an. Drei sind riesig und sehr gefährlich. Zwei sind nicht größer als hochgewachsene Eichhörnchen. Anscheinend handelt es sich um Zwerg-Bären, die zwar unangenehm, aber nicht gefährlich werden können. Und plötzlich findest du Abwehrmittel für drei Bären. Auf welche Bären wirst du sie richten?

Mach dir die Weisheit der Jäger und Sammler aus der Steinzeit für dein Arbeitsleben zunutze. Wenn du nicht sicher bist, was du willst, dann verwende deine Zeit und Energie darauf, zumindest das loszuwerden, was dich nervt. Du hasst es zu pendeln? Wunderbar, jetzt hast du bereits ein Kriterium für deinen neuen Job oder einen Ansatz für Verhandlungen mit deinem jetzigen Arbeitgeber. Du möchtest von zuhause arbeiten, aber zumindest nicht mehr als zwanzig Minuten fahren.
Wiederholungen öden dich an? Da hast du es. Entweder suchst du dir einen Weg, wie du in deinem jetzigen Job wechselnde Aufgaben erledigen kannst, oder suchst dir einen, wo das der Fall ist. Selbst wenn du nur die zwei oder drei Dinge änderst, die dich am meisten in deinem jetzigen Job nerven, hast du bereits viel für ein zufriedeneres Leben getan.

Tipp Nummer vier: Imitation

Wenn du weisst, was dein Traumjob ist, finde heraus, wer ihn bereits macht. Dann lerne alles was du kannst über diese Personen: wie haben sie den Job bekommen, wie lange hat es gedauert, welche Zwischenschritte haben sie gemacht… Und beginne damit, Schritt für Schritt nachzumachen, bis du genau wie sie deinen Traumjob erreicht hast. Es macht Mut, wenn man weiß, wie andere etwas geschafft haben. Es vertreibt das Gefühl, einen Pfad durch den undurchdringlichen Dschungel schlagen zu müssen ohne zu wissen, wo man herauskommt. Mit Imitation ist es so leicht wie auf dem Bürgersteig zu gehen. Es ist kinderleicht – und das weißt du! Dazu kommt, dass die Erfolgsstory deiner Vorbilder deine Erwartungen dämpf: wenn sie zwei Jahre gebraucht haben, um den Traumjob zu bekommen, wirst du nicht nach sechs Monaten verzweifeln.

Tipp Nummer fünf: Merke dir, wann und wo die Cocktails serviert werden

Es tut weh, seinen Job zu hassen. Den meisten Menschen ist aber nicht klar, woher der Schmerz stammt. Er kommt nicht bloß aus der Situation, in der du dich befindest. Er entsteht vor allem dadurch, dass du keine Perspektive hast, auf die du hinarbeiten kannst, und durch die Ungewißheit, ob du jemals etwas besseres erreichen wirst. Der Schmerz bedeutet: “Ich kann nicht glauben, dass dies MEIN LEBEN sein soll!”

Du weißt auch schon, dass es stimmt: denk nur daran, wie du dich fühlst, wenn du deinen Urlaub gebucht hast. Die bloße Gewißheit, dass der Tag der Abreise bestimmt ist und täglich näher kommt, macht die Arbeit um vieles erträglicher. In den letzten zwei Wochen vor dem Abflug nach Palma weicht das Perma-Lächeln kaum noch aus deinem Gesicht. Alle Kollegen hassen dich, aber es ist dir egal. Diese Qual wird sich auszahlen – in Form von Cocktails am Strand.

Die Vorstellung endlosen Unglücks unterscheidet sich von vorübergehender Unzufriedenheit und macht dich fertig. Werde dir klar darüber, wie dein besseres Leben aussieht und wann du es leben wirst! Das beseitigt den Schmerz, den dir der ungeliebte Job bereitet!

Tipp Nummer sechs: Hör auf zu “müssen” und “sollen” und fang’ an zu “entscheiden”

Beginne ab sofort damit, die Vokabel “entscheiden” anstelle der Worte “müssen” oder “sollen” zu verwenden, wenn du über deinen Job redest. Zum Beispiel so: “Ich muss heute zur Arbeit gehen” wird zu “Ich entscheide mich, heute zur Arbeit zu gehen.”

Menschen lassen sich sehr schnell von einer Opfermentalität einnehmen, wenn es um die Arbeit geht. Ja, ich weiß, dass es Hypothekenzahlungen gibt und Leasingraten für das Auto ebenso wie Kreditkartenrechnungen… Ich weiß aber auch, dass alle diese Dinge, die man “muss,” sehr schnell unbedeutend werden, wenn der Arzt morgen die Diagnose stellte, dass du nur noch sechs Monate leben wirst. Das bedeutet, wenn es darauf ankommt, könntest und würdest du Dinge ganz anders machen. Du würdest Lösungen finden, du würdest entscheiden. Dann tu’ es jetzt schon!

Du wirst dich wundern, wie befreiend es ist und wieviel Kraft es gibt, wenn du dir klar wirst, dass du über deine Situation selbst entscheidest!

Tipp Nummer sieben: Schaffe stressfreie Räume

Es ist sehr schwer sich zu bewegen, wenn man eingezwängt ist. Und genau so fühlen sich die meisten Menschen. Sie sind so eingespannt, dass sie keine Zeit finden, um über einen neuen Job nachzudenken. Und sie haben so viele finanzielle Verpflichtungen, dass sie kein Geld haben, um andere Möglichkeiten zu testen.

Der Trick besteht also darin, diese Hemmnisse abzubauen und Raum zu schaffen, in dem etwas neues wachsen kann.

Der Ort, wo sich am leichtesten Zeit gewinnen lässt, ist die Arbeit. Das haben wir im ersten Tipp festgestellt. Die meisten Menschen verbringen mehr als 70 Prozent ihrer Zeit von Montag bis Freitag (Ruhezeiten ausgenommen) entweder auf der Arbeit, auf dem Weg zur Arbeit oder gedanklich im Job. Deswegen nochmal: such dir einen Job, der dir gefällt, oder häng’ dich weniger rein in den, der dich nervt.

Zur Belohnung für den Stress auf der Arbeit geben viele Leute jeden verdienten Cent aus – und manchmal sogar mehr. Sie sind gefangen in der Falle eines Kindheits-Paradigma, das sie gelehrt hat: “wenn du dein Gemüse isst, bekommst du ein Eis.” Ein Teller von dem was man nicht mag, dann gibt es eine Belohnung.

Nur dass sie jetzt einen 12-Stunden-Tag in einem ungeliebten Job in Kauf nehmen, um sich zu belohnen – “man gönnt sich ja sonst nichts”. Das Problem dabei: die Belohnung ist eher eine Art “Ersatzdroge,” die noch mehr einzwängt und immer weniger Alternativen lässt. Das neue Auto ist nur am ersten Tag neu, wenn es ausgeliefert wird. Der größte Flachbildschirm wird nur kurze Zeit der größte sein, bis das Nachfolgemodell heraus kommt. Und auch die Auswahl zwischen 380 Fernsehkanälen verschafft dir weder die Fähigkeit, mehr Programme gleichzeitig anzuschauen, noch bringt sie mehr Zeit zum Fernsehen. Die Befriedigung über die neue “Ersatzdroge” lässt mit der Zeit nach, nur der Kredit, den du dafür aufgenommen hast, der bleibt. Und deswegen fühlen sich die Menschen gezwungen, mehr zu arbeiten, weswegen sie zu einer neuen “Ersatzdroge” greifen und noch mehr ausgeben… Und die Abwärtsspirale dreht sich immer schneller.

Versuche einmal nur für ein paar Monate, die Konsumausgaben für Dinge zu senken, die kein anhaltendes Zufriedenheitsgefühl bringen. Gib’ nur Geld aus für Sachen, die du wirklich benötigst, anstatt für “Ersatzdrogen.” Spare das Geld und investiere es in Dinge, die du – Tipp Nummer zwei – wirklich willst.

Schaffe dir Raum zum Atmen. Du wirst erstaunt sein, wie reizvoll das Leben sein kann und wieviele Möglichkeiten du besitzt, um es zu genießen.

Tip Nummer acht: Höre auf, den Wahnsinn zu perfektionieren

Albert Einstein zufolge lautet die Definition von Wahnsinn, “die gleichen Dinge immer und immer wieder zu tun und trotzdem ein anderes Ergebnis zu erwarten.” In diesem Sinn reden die Leute ohne Ende davon, wie sehr sie sich andere Verhältnisse wünschen, und trotzdem erscheinen sie Tag für Tag auf der selben Arbeitsstelle. Da überrascht es kaum, wenn die Dinge bleiben wie sie sind. Den jüngsten Statistiken zufolge sind nur 45 Prozent aller Menschen mit ihrem Job zufrieden. Noch schlimmer: 64 Prozent aller Beschäftigten unter 25 Jahren sind sogar “unglücklich” in ihrem Job. Das sind schreckliche Zahlen. Wer will schon 40 Jahre in einem Job verbringen, der “unglücklich” macht?

Und deshalb gilt: wenn sich das ändern soll, muss sich etwas ändern! Es genügt nicht, diesen Artikel zu lesen. Es geht darum, die Tipps in die Tat umzusetzen!

Wenn du nur noch sechs Monate zu leben hättest, würdest du dein Leben genau so gestalten, wie du es willst. Du weißt, das du es tätest. Warum tust du es also nicht jetzt schon, wo du dich auf viel mehr als auf sechs Monate freuen kannst, um es zu genießen!?!

John Strelecky ist Coach und Autor. Er ist Erfinder der Big Five for Life Technik. Am 20. Mai 2011 wird John in einer öffentlichen Veranstaltung in München “unplugged” – ohne Programm – auftreten und mit dem Publikum interagieren und improvisieren. Es sind noch wenige Tickets zum Preis von 25,- Euro p.P. erhältlich.

Übersetzung: Uwe Alschner